Bonusbedingungen als Rechnung: was ein Angebot tatsächlich kostet
Ein Bonus ist kein Geschenk, sondern ein Guthaben mit Preis. Der Preis lässt sich in zwei Multiplikationen ausrechnen, bevor man das Angebot annimmt.
8 Minuten Lesezeit · Jan Reimann
Bonusangebote werden mit einem Betrag beworben — „bis zu“ so und so viel. Was ein Angebot tatsächlich einbringt, hängt an den Bedingungen darunter, und die lassen sich in zwei Schritten in Euro übersetzen.
Der Rechenweg
Bonusbetrag mal Umsatzfaktor ergibt den nötigen Umsatz. Dieser Umsatz mal Hausvorteil ergibt, was das Freispielen im Mittel kostet.
| Bonus | Umsatzfaktor | Nötiger Umsatz | Erwarteter Verlust bei 4 % |
|---|---|---|---|
| 50 € | 30x | 1.500 € | 60 € |
| 100 € | 35x | 3.500 € | 140 € |
| 200 € | 40x | 8.000 € | 320 € |
| 500 € | 35x | 17.500 € | 700 € |
Die letzte Spalte ist der Preis. Ein Angebot lohnt sich, wenn der Umsatz ohnehin entstanden wäre; teuer wird es in dem Moment, in dem es zu Einsätzen führt, die es ohne den Bonus nicht gegeben hätte. Das ist der ganze Unterschied, und er hängt nicht am beworbenen Betrag.
Die fünf Bedingungen, die den Wert bestimmen
- Bezugsgröße des Umsatzes. Nur der Bonus, oder Bonus plus Einzahlung? Der Unterschied verdoppelt den nötigen Umsatz.
- Spielgewichtung. Automaten zählen meist zu 100 %, Tischspiele oft nur zu 10 bis 20 %, einzelne Titel gar nicht. Wer Tischspiele bevorzugt, rechnet mit einem Vielfachen des Umsatzes.
- Höchsteinsatz während des Bonus. Häufig 5 €. Ein Verstoß führt in der Regel zum Verfall von Bonus und Gewinnen — auch wenn er versehentlich passiert.
- Frist. Üblich sind 7 bis 30 Tage. Bei 3.500 € nötigem Umsatz und einer Woche Frist ist das Angebot faktisch enger, als es aussieht.
- Gewinnlimit bei Freispielen. Oft 50 bis 100 €, unabhängig vom tatsächlichen Gewinn.
Was in Deutschland ohnehin nicht geht
Bei in Deutschland lizenzierten Anbietern fällt eine ganze Kategorie von „Bonus-Strategien“ weg, weil die Funktionen nicht zugelassen sind: Der Bonuskauf ist nicht erlaubt, Autoplay ebenfalls nicht, und über LUGAS kann niemand bei mehreren erlaubten Anbietern gleichzeitig aktiv sein. Wer eine Anleitung liest, die diese Funktionen voraussetzt, liest keine Anleitung für den deutschen Markt.
Das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat begrenzt außerdem das eingesetzte Kapital — nicht den Umsatz. Dasselbe Geld kann mehrfach umgesetzt werden, weshalb der Umsatz eines Monats das Limit um ein Vielfaches übersteigen kann.
Die Warnsignale
- Umsatzfaktoren über 50x — der Preis übersteigt dann fast immer den Nutzen.
- Fristen unter sieben Tagen bei hohem Umsatzfaktor.
- Höchsteinsätze, die so niedrig liegen, dass der Umsatz in der Frist kaum erreichbar ist.
- Bedingungen, die an mehreren Stellen unterschiedlich formuliert sind.
- Boni, die ohne ausdrückliche Zustimmung gutgeschrieben werden.
Welche Spiele sich zum Freispielen eignen, hängt an der Auszahlungsquote — dazu der Beitrag zu RTP und Volatilität. Wie ein Treueprogramm daneben zu bewerten ist, steht in der VIP-Rechnung. Die Vorbereitung einer Sitzung beschreibt dieser Beitrag, und die verbreiteten Irrtümer sammelt der Faktencheck.